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Magnússonar / Das Árni Magnússon Institut
Das Árni Magnússon Institut ist ein Teil
der Universität Island und mit der Aufbewahrung, Erforschung und Edition
der isländischen Handschriften betraut. Diese Handschriften hatte Island
zwischen 1971 und 1997 von Dänemark zurückerhalten, wo sie drei
Jahrhunderte lang in dänischen Museen aufbewahrt worden waren. Die
Rückkehr dieses literarischen Schatzes bedeutete dem isländischen Volk
sehr viel. Im Jahr 1971 trat ein dänisches Gesetz in Kraft, nach dem
noch im selben Jahr der Codex Regius der Lieder-Edda und die große
Sammelhandschrift Flateyjarbók an Island zurückgegeben wurden. In den
folgenden Jahren bis 1997 kehrten dann insgesamt an die 2000
Handschriften zurück. Der Wunsch der Isländer, die Manuskripte
zurückzuerhalten, wie auch die Erfüllung dieses Wunsches bezeugt sowohl
die Großzügigkeit des dänischen Volkes wie auch den Respekt der Isländer
für ihr kulturelles Erbe. Die meisten der Handschriften, die der
Isländer Árni Magnússon (1663–1730) zusammengetragen und nach seinem Tod
der Universität Kopenhagen vermacht hatte, sind nun wieder in ihre
Heimat zurückgekehrt. Die restlichen in Dänemark verbliebenen
Handschriften befinden sich heute in der arnamagnæanischen Sammlung in
Kopenhagen.
Die Mitarbeiter im Árni Magnússon Institut konzentrieren sich auf die
Erforschung der mittelalterlichen isländischen Sprache und Kultur. Der
Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt dabei auf der Edition mittelalterlicher
und frühneuzeitlicher Handschriften. Darüber hinaus sammelt das Institut
isländische Volkssagen und –lieder und besitzt neben seinen
Handschriften auch Tonaufnahmen im Umfang von etwa zweitausend Stunden.
Das Institut betrachtet seine Sammlungen als Zeugnisse eines lebendigen
kulturellen Erbes. Es ist bestrebt, Wissenschaftlern und auch Künstlern
eine Grundlage für eine anhaltende und fruchtbare Auseinandersetzung zu
bieten und damit zur Kultur Islands und der ganzen Welt beizutragen.
Volkskundliche wie auch literarische Ausstellungen und
Veröffentlichungen erhöhen den Bekanntheitsgrad des Instituts und seiner
Aktivitäten und machen seine kulturellen Schätze einem größeren Publikum
zugänglich.
Die Handschriftenausstellung
in dem Kulturhaus ist täglich von 11-17 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld ISK
300. Mittwochs Eintritt frei.
Das Kulturhaus
Hverfisgata 15,
101 Reykjavík
www.thjodmenning.is
Die Handschriften-Ausstellung
Sie umfasst etliche der bedeutendsten Handschriften des Árni Magnússon
Instituts. Unter anderen zeigt sie den Codex Regius der Lieder-Edda mit
seinen zahlreichen Liedern und Erzählungen von vorchristlichen Göttern
und germanischen Helden; dann die Flateyjarbók, die umfangreichste und
besterhaltene isländische Handschrift, die reichhaltige Informationen
über die Geschichte Skandinaviens wie auch über die Entdeckung und
Besiedelung der nordatlantischen Inseln enthält. Weitere
Ausstellungsstücke sind die Snorra Edda, die Gesetzessammlung Grágás,
die Möðruvallabók mit einer Sammlung mittelalterlicher isländischer
Sagas und die Stjórn, die eine kommentierte Übersetzung des Alten
Testaments enthält. Darüber hinaus bezeugen bedeutende
Papierhandschriften die kontinuierliche Weitergabe dieses literarischen
Erbes an die Nachwelt.
Der erste Ausstellungsraum thematisiert die kulturelle und historische
Bedeutung, die die mittelalterlichen isländischen Pergamenthandschriften
und die in ihnen überlieferten Texte bis in die heutige Zeit haben. Die
isländischen Lieder und Sagas zählen zu den wichtigsten und
umfangreichsten Zeugnissen über die nordgermanische Religion vor der
Einführung des Christentums. Während des Mittelalters waren sie eine
Quelle des Wissens und der Unterhaltung, sei es am Königshof oder am
häuslichen Herd. Die von der Kirche eingeführte Kunst des Schreibens
ermöglichte es, althergebrachtes Wissen und neuere Gelehrsamkeit
gleichermaßen systematisch aufzuzeichnen.
Es wurden Berichte niedergeschrieben über die Besiedlung und die
Verteilung und Vererbung des Landes in bestimmten Familien und zwischen
einzelnen Personen. Man zeichnete die Gesetze auf, und Erzählungen, die
sich stets wandelnd mündlich von Generation zu Generation weitergegeben
worden waren, bildeten die Grundlage für die klassischen Werke der
mittelalterlichen isländischen Literatur. Dieses kulturelle Erbe
beeinflusste nicht nur die Literatur in ganz Skandinavien, sondern auch
in Deutschland und den englischsprachigen Ländern.
In einem speziellen Ausstellungsraum gewinnt der Besucher einen Einblick
in die Welt der mittelalterlichen Buchproduktion. Es werden Materialien
und Werkzeuge gezeigt wie auch Beispiele für Manuskripte vom späten
zwölften bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. |


Krigere. Et forbogstav i begyndelsen
af kong Sverrirs saga i Flateyjarbók. Skrevet i Island ca. 1387.

The Sacrifice of Abraham
From the Bible translation Stjórn, mid-14th century.
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