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Das nationale Erwachen
Im Frühjahr 1985 begann Michail Gorbatschow die Politik der Perestroika. Litauische Intellektuelle nutzten diese Abschwächung des totalitären Regimes und gründeten am 3. Juni 1988 in Vilnius die demokratische Reformbewegung Sajudis. Der Sommer diesen Jahres stand unter dem Zeichen von Sajudis -- überall schossen Sajudis Unterstützungsgruppen aus dem Boden, es fanden friedliche Kundgebungen statt. Insignien aus den Zeiten der Unabhängigkeit wurden abgestaubt und erblickten wieder das Tageslicht. Der konstituierende Kongress der Organisation vom 22.-23. Oktober formulierte Zielsetzungen, die auf die Wiederherstellung eines unabhängigen Staates abzielten. Kandidaten von Sajudis gingen im März 1989 aus den Wahlen zum höchsten legislativen Organ der Sowjetunion, dem Kongress der Volksdeputierten, als Sieger hervor und konnten später die litauischen Interessen im Kreml verteidigen.

Estland hatte damals hinsichtlich der juristischen Befreiung den größten Fortschritt vorzuweisen: bereits im November 1988 hatte es eine Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Das litauische Parlament, in dem die Kommunisten die Mehrheit hatten, erklärte unter dem Druck von Sajudis im Mai 1989 ebenfalls den Vorrang des litauischen Rechts vor dem sowjetischen. Noch im selben Monat fand in Tallinn die Versammlung der Volksfronten und Sajudis aus allen drei baltischen Ländern statt, auf der eine gemeinsame Strategie und Taktik der Befreiung von der Besatzungsmacht beschlossen wurde.

Anläßlich des 50. Jahrestages der Unterzeichung des Hitler-Stalin-Paktes gaben sich 2 Mio. Menschen aus Litauen, Lettland und Estland am 23. August 1989 auf der Straße, die Vilnius und Tallinn verbindet, die Hände. Diese einmalige menschliche Kette hatte eine Länge von fast 600 Kilometern. In die Geschichte ging diese Bekundung des Wunsches nach Freiheit als Der baltische Weg ein.


"Der baltische Weg" im Sommer 1989. © A. Varanka.

Die politische Lage nahm im Litauen des Jahres 1989 weitgehend die Züge eines freien Staates an: gesellschaftliche und sogar kommunistische Organisationen erklärten reihenweise ihre Abkehr von Moskau. M. Gorbatschow, der im Januar 1990 Litauen besuchte, vermochte es nicht einmal, die litauischen Kommunisten zu bekehren, die sich von Moskau abgespalten hatten und nun eine unbeschränkte staatliche Eigenständigkeit verlangten. Die Wahlen zum litauischen Parlament, dem Obersten Rat, gewannen im Februar 1990 die Kandidaten von Sajudis, und am 11. März wurde die Akte über die Wiederherstellung der Unabhängigkeit angenommen. Zum Parlamentspräsidenten wählte man Prof. Vytautas Landsbergis. Es begann eine schwere Übergangszeit in die Unabhängigkeit de facto und de jure.

Im Januar 1991 erstürmten Einheiten der sowjetischen Armee Gebäude der litauischen Rundfunkanstalt und anderer wichtiger Behörden. Der Willkür der Armee traten unbewaffnete Menschen entgegen, 14 kamen dabei ums Leben. Nach den blutigen Ereignissen im Januar sprach sich eine überwältigende Mehrheit der litauischen Bevölkerung in einer Volksabstimmung am 9. Februar für die Wiederherstellung eines unabhängigen litauischen Staates aus.

Das isländische Althing erkannte am 11. Februar de jure die Unabhängigkeit Litauens an.

Nach dem gescheiterten kommunistischen Putsch im Moskau vom August 1991 erkannte Rußland de jure die litauische Unabhängigkeit an. Kurz darauf folgte die Anerkennung Litauens durch viele andere Länder der internationalen Staatengemeinschaft.

Am 17. September 1991 wurde Litauen Vollmitglied der Vereinten Nationen.

Der letzte russische Soldat verließ am 31. August 1992 litauischen Boden.







Eine Sajudis-Kundgebung im Sommer 1988.


Das Volk von Litauen verlangt den Abzug der sowjetischen Armee, Sommer 1990. © H. Gaicevskis.


V. Landsbergis, der Vorsitzende des litauischen Obersten Rates 1990-92. © K. Driskius.


Unbewaffnete Menschen neben dem Gebäude des Obersten Rates, die Nacht zum 13. Januar 1991. © K. Driskius.


Das Mahnmal für die Gefallenen für die Freiheit Litauens, Friedhof von Antakalnis. © K. Driskius.


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