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Englisch Die Architektur Die Architektur der litauischen Städte ist anschaulich wie ein Geschichtsbuch. Mittelalterliche Mauer- und Wallburgen sind die ältesten erhaltenen Zeugnisse der litauischen Architektur, die von der kämpferischen Zeit der Entstehung des Staates sprechen. Seit dem 14. Jahrhundert steht die litauische Architektur unter dem Einfluß europäischer Traditionen. Wenn auch manchmal mit Verspätung, so kamen doch alle europäischen Stile nach Litauen. Die Herrscherburg von Trakai ist ein Denkmal der Frühgotik des 14. Jahrhunderts. Im 15. Jahrhundert entstand die Annen-Kirche als Beispiel der Spätgotik -- Napoleon stand im 19. Jahrhundert begeistert vor dieser Kirche und wollte sie bei sich in Paris haben. In der Renaissance des 16. Jahrhunderts baute man gradlinige, klar strukturierte Städte. In dieser Zeit entstand der Herrscherpalast in Vilnius, die Untere Burg (gegenwärtig in Rekonstruktion). Im 17. Jahrhundert faßte der Barock in Litauen Fuß. Das war eine außergewöhnliche Architektur, die viele Prunkstücke hinterlassen hat. Der Europarat hat 1996 in seiner Studie Der Barockweg nur einen Teil dieser barocken Schätze erfaßt. Vilnius wird gelegentlich als die Barockhauptstadt der ganzen Region bezeichnet. Die Schöpfer der meisten Architekturdenkmäler waren jahrhundertelang Ausländer, zu meist aus Italien. Erst im 18. Jahrhundert, bereits in der Blütezeit des Barock, bildeten die einheimischen Meister ein Gegengewicht zu den auswärtigen Meistern, und gegen Ende des Jahrhunderts, als der Klassizismus ins Land kam, arbeitete hier bereits eine starke und selbständige Architekturschule. Laurynas Stuoka Gucevicius, von dem die Kathedrale von Vilnius und das Rathaus stammen, war der bekannteste Vertreter dieser Schule. Diese seine Meisterwerke sind in der Hauptstadt bis heute zu bewundern. Das ganze 19. Jahrhundert hindurch zerstörte die örtliche Verwaltung des russischen Reiches in Litauen Vorzeigepaläste und Sommerschlössser, abgerissen wurden sogar Kirchen und Klöster. Der Herrscherpalast in Vilnius, die Untere Burg, wurde dem Erdboden gleichgemacht. In diesem Jahrhundert wurden einige Gebäude im Stil des Empire-Manierismus errichtet, ein Beispiel ist der Palast des russischen Generalgouverneurs in Vilnius. Kaunas wurde zu einer Festung mit vielen Befestigungsanlagen ausgebaut. Wie in ganz Europa begann Ende des Jahrhunderts auch in Litauen der Siegeszug von Jugendstil und Moderne. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand die Tradition der nationalen Architektur, die unter nicht unerheblichem Einfluß der deutschen Bauhausschule stand. Die Interimshauptstadt Kaunas repräsentierte am deutlichsten die Trends in der litauischen Architektur zwischen den Weltkriegen. Unter der sowjetischen Fremdherrschaft verlief der Ausbau der litauischen Städte nach den in Moskau ausgearbeiteten und genehmigten Plänen. Es entstanden pompöse Gebäude der stalinistischen Architektur, der Bau neuer Wohnviertel wurde in Angriff genommen, graue Stahlbetonblocks bedrängten die Stadtzentren ein. Erst in den letzten Jahrzehnten wuchs eine neue Generation litauischer Architekten heran, eine eigenständige litauische Architektur kam auf den Plan. Ihre Prachtstücke ernteten Anerkennung nicht nur sowjetischer, sondern auch westlicher Experten. Vytautas Cekanauskas, Vytautas Bredikis, Algimantas und Vytautas Nasvyciai sind bekannte litauische Architekten. Eine enge Wechselbeziehung zwischen Stadt und Land wird auch durch die Architektur betont. Elemente der Volkskunst zeigen sich besonders oft und klar in neuen litauischen Kirchen, mit deren Bau erst kürzlich begonnen worden ist. Die moderne litauische Architektur stand unter erheblichem Einfluß des Franzosen Le Corbusier sowie der finnischen Architekturtradition. |
![]() Ein Innenhof in der Altstadt von Vilnius. © S. Platukis.
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