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Der nationale Charakter
Die Seele eines Litauers, wie es heißt, versteht man am besten, wenn man ihn arbeiten und träumen sieht. Die Ursprünge des nationalen Charakters liegen in tiefer Vergangenheit, er wurde durch Natur und geographische Lage, Politik und Arbeitsweise, durch religiöse Feste und schließlich durch das Temperament mitgeprägt. Litauer sollte man sich nicht als eine dynamische und ausgesprochen expressive Nation vorstellen -- traditionsgemäß neigen sie mehr zu Zurückgezogenheit, familiärer Nestwärme, harter Arbeit. Geschichtlich ergab es sich, daß die Litauer ein Bauernvolk waren, das neben einem Meer und nicht mit dem Meer lebte. Die Mythologie spricht von einer Dreiteilung des Landes in unterschiedliche kulturelle Areale, die ihrer Abfolge nach an einen Baum denken lassen: die Wurzeln liegen im Westen, der Rumpf in Mittellitauen, die Zweige im Osten. Die genannten vier ethnischen Gruppen -- Hochlitauer, Niederlitauer, Dsuken und Suwalken -- gibt es noch heute. Jede von ihnen hat eigene Bräuche, Trachten, Lieder, auch eigenen Charakter. Die im südöstlichen Teil Litauens ansässigen Dsuken sollen gefühlsbetonter sein, während die Niederlitauer im Westen als wortkarg und altertümlich gelten. Diese Eigenschaft der Niederlitauer wurde früher von Nachbarvölkern, vor allem Polen und Deutschen, mythologisiert und der ganzen litauischen Nation zugeschrieben. Im Europa des 19. Jahrhunderts war die romantische Erzählung des französischen Schriftstellers Prosper Merimee Lokis ("Der Bär") bekannt, deren Handlung in einem abergläubischen und archaischen Niederlitauen spielt.

Naturkatastrophen, Kriege und Epidemien drückten den Litauern ihren Stempel ebenso auf, wie die Skandinavier durch das nordische Klima und das Meer geprägt und erprobt wurden. Nicht außer acht gelassen werden sollte auch die Tatsache, daß die Litauer bis zu ihrer offiziellen Christianisierung am Ausgang des 14. Jahrhunderts die letzten Heiden in Europa waren. In vielen religiösen Bräuchen kann man bis heute eine übersteigerte emotionale Beziehung zu sakralen Handlungen erkennen.

Impulsivität, manchmal sogar Irrationalität, eigentlich typisch eher für Slaven aus Osteuropa, kommen im litauischen Charakter ebenfalls zum Vorschein. Diese Charaktereigenschaften werden sich unsere Vorfahren im Mittelalter, angeeignet haben als es das Land gegen diverse Eroberer zunächst aus dem Westen und später dann aus dem Osten zu verteidigen galt,. Auch die Litauer selbst gingen auf Kriegszüge.







Die Litauer vergessen die Geschichte nicht. © K. Driskius.


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