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Zwischen den Weltkriegen
Am 23. März 1918 erklärte der deutsche Kaiser die Anerkennung des litauischen Staates. Doch bis zur deutschen Kapitulation im November des gleichen Jahres blieb der internationale Status Litauens nicht eindeutig. Erst am 12. Dezember 1918 erkannte Schweden als erstes Land Litauen de facto an.

In den darauffolgenden Jahren 1920-22 wurde Litauen von Rußland und anderen Weltmächten anerkannt.

1921 erfolgte die Aufnahme in den Völkerbund.

Bis 1923 wurden Unabhängigkeitskämpfe gegen Bolschewiki, Polen, Deutsche und versprengte Reste des zaristischen Heeres ausgetragen. Während dieser Kämpfe verlor Litauen 1920 seine Hauptstadt Vilnius an Polen. Für zwei Jahrzehnte wurde Kaunas zur Interimshauptstadt des Landes.

Diese Zeit brachte Schwierigkeiten, aber auch große Hoffnungen. In den Jahren 1920-22 tagte der konstituierende Seimas, der große Reformen durchführte, darunter die Einführung der nationalen Währung (Litas), die Schaffung einer wirtschaftsfreundlichen Rechts- und Gesetzgebung, sowie die Durchführung einer radikalen Bodenreform. Der Großgrundbesitz wurde zugunsten kleinerer Bauernhöfe beschränkt. Das Land bewegte sich mit ganz Europa im Aufwärtstrend.

1923 gelangte der historische Ostseehafen Klaipeda, ein Tor zur Welt, an Litauen zurück.

Doch die demokratische Machtausübung durch den Seimas und das Prinzip der Gewaltentrennung konnten in den ersten acht Unabhängigkeitsjahren kaum an Boden gewinnen. Im Dezember 1926 putschten die Streitkräfteführung und die nationalistische Tautininkai Partei, und die Demokratie mußte weichen. Die Machtausübung durch die Volksvertretung Seimas und den von ihr gewählten Präsidenten nahm nun der Präsident mit unbegrenzten Vollmachten allein wahr. Bis zum Verlust der staatlichen Eigenständigkeit herrschte in Litauen in den folgenden Jahren eine politische Diktatur der Tautininkai-Partei mit dem autoritären Präsidenten Antanas Smetona an der Spitze. Erste, den Unabhängigkeitsverlust andeutende Vorzeichen erschienen bereits im März 1939, als das faschistische Deutschland Klaipeda und das umliegende Gebiet annektierte. 22 Unabhängigkeitsjahre in der Zwischenkriegzeit sind zugleich die erste Goldene Zeit der litauischen Kultur. Das öffentliche Leben nahm damals alle Züge einer nationalen Zivilisation an. Der litauische Staat und die litauische Kultur bahnten sich den Weg auf die internationale Bühne, sie waren auf den größten internationalen Veranstaltungen vertreten, darunter auch auf der Pariser Weltausstellung von 1937.

Neben Errungenschaften in Kunst und Wissenschaft avancierte der Basketball nach den Siegen bei den Europa-Meisterschaften von 1937 und 1939 zu einem wahren Kult.

Zu Weltruhm gelangten Stasys Darius und Steponas Girenas, als sie 1933 ohne Zwischenlandung auf der Reise von New York nach Kaunas den Atlantik bezwangen und ganz kurz vor ihrem Ziel in Ostpreußen unter tragischen Umständen ums Leben kamen.







J.Basanavicius -- im 19. Jahrhundert Vaterfigur der erwachenden Nation. © K. Driskius.


Der Landesrat, der am 16. Februar 1918 die Wiederherstellung der Unabhängigkeit des Staates erklärte. © K. Driskius.


Kaunas -- die Interimshauptstadt 1920-40 (Bild von V. Eidukevicius). © K. Driskius.


S. Darius und S. Girenas. Sie überflogen 1933 den Atlantik und kamen kurz vor der litauischen Grenze ums Leben. (Abbildung auf dem 10-Litas Schein, 1993). © K. Driskius.


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