English DIE REGIONEN SLOWENIENS |
Die historische Verbindung des slowenischen Volkes mit Österreich, Italien und Ungarn spiegelt sich immer noch in ihren Dialekten, Bräuchen und Denkweisen wider. Nach den Regionen des ehemaligen österreichischen Kaiserreichs werden die Slowenen „Kranjci“ (Krainer), „Primorci“ (Bewohner der Küstenregion), Stajerci“ (Bewohner der ehemaligen Steiermark) und „Prekmurci“ (Bewohner des ehemals ungarischen östlichen Teils Sloweniens)genannt. Innerhalb des Territoriums des früheren Kronlands Krain werden sie noch spezifischer als „Gorenjci“ (aus Oberkrain), „Dolenjci“ (aus Unterkrain) und „Notranjci“ (aus Innerkrain) bezeichnet. Aus der letzten regionalen Aufteilung Sloweniens gingen zwölf Regionen hervor: Primorska, Notranjska, Goriska, Gorenjska, Zentralslowenien, Dolenjska, Zasavje, Posavje, Savinjsko, Koroska, Podravje und Pomurje. Primorska umfaßt die slowenische Küste und ihr hügeliges Hinterland. Die warme Adria ermöglicht eine lebhafte Tourismusindustrie, Salinen und gewerbliche Fischerei. Der Hafen von Koper liegt im Zentrum der Region und ist Sloweniens maritimes Tor zur Welt. Wegen seines Mittelmeerklimas und fruchtbaren Bodens ist das hügelige Hinterland von großer Bedeutung für den Anbau von mediterranen Feldfrüchten wie Gemüse, Wein und Oliven. Notranjska ist vorwiegend eine Hügellandschaft mit Karsterscheinungen und riesigen Wäldern. Die Bauern hier betreiben in erster Linie Viehzucht, und die Wälder haben die Entwicklung einer holzverarbeitenden Industrie begünstigt. Die Karstregion bietet den Besuchern herausragende Touristenattraktionen: den periodischen - also nur zu bestimmten Jahreszeiten erscheinenden - Cerknisko jezero (Zirknitzer See), die Karstgrotten (Postojna, Kriz und Skocjan) mit einer üppigen Höhlenfauna wie etwa den „menschliche Fische“ genannten Grottenolmen (Proteus anguinus). Die im Zentrum der Region gelegene Stadt Postojna beheimatet die meistbesuchte Grotte Europas und das Karst-Forschungsinstitut der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Bildenden Künste. Goriska erstreckt sich vom Grenzfluß Soca über das Vipava-Tal. Die Soca (Isonzo) ist weltbekannt wegen der erbitterten Schlachten im Ersten Weltkrieg, die in dem preisgekrönten Museum von Kobarid auf lebendige Art und Weise dokumentiert werden. Die Soca gilt als Sloweniens schönster Fluß, und der Einfluß des warmen Mittelmeerklimas reicht bis in ihr Tal hinauf. Die Stadt Nova Gorica entstand in der Nachkriegszeit, nachdem die Grenze zu Italien 1947 festgelegt worden war, und hat sich seither zu dem wirtschaftlichen und sozialen Mittelpunkt der Region entwickelt. Wegen ihrer Spielkasinos und Unterhaltungszentren wird die Stadt häufig als das „slowenische Las Vegas“ bezeichnet. Gorenjska ist eine hochentwickelte Alpenregion mit herausragenden Naturschönheiten. Der Berg Triglav, der höchste Gipfel in den Julischen Alpen, ist eines von Sloweniens Nationalsymbolen, und das Gebirge von Gorenjska ist das meistbesuchte Sloweniens. Die warmen Alpenseen Bled und Bohinj sind sehr sehenswert, und das Wintersportzentrum Kranjska Gora ist zu jeder Jahreszeit eines Besuches wert. In dem Tal Planica werden alle paar Jahre die Weltmeisterschaften im Skispringen und Skifliegen ausgetragen. Kranj, das geographische Zentrum von Gorenjska, ist eine bedeutende Industriestadt. Zentralslowenien umfaßt den größten Teil des Ljubljana-Beckens und die umliegenden Hügel. Hier, in der Nähe des Flusses Sava, kreuzen sich wichtige europäische Transportwege, und die Straßen von der Pannonischen Tiefebene zur Adria führen durch die Pforte von Ljubljana. Die slowenische Hauptstadt Ljubljana ist Sitz des Parlaments und der Regierungsbehörden, einer Universität und der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Bildenden Künste. In den letzten Jahrzehnten hat sich Ljubljana zum größten Wirtschaftszentrum Sloweniens entwickelt. Dolenjska erstreckt sich südlich von Ljubljana bis zum Fluß Kolpa, der die Grenze zu Kroatien markiert. Diese hügelige Karstlandschaft mit zahlreichen kleinen Siedlungen wurde durch den Bau der Autobahn Ljubljana-Zagreb 1958 für Reisende zugänglich. Das Zentrum der Region, Novo mesto, ist heute eine bekannter Industriestadt (Autos, pharmazeutische Erzeugnisse). Jenseits des Gebirgszuges Gorjanci liegt die sonnige Region Bela Krajina mit ihren zahlreichen Naturschönheiten und ihrer interessanten Folklore (Musik, Tänze und Bräuche). Zasavje an der Sava wird oft als der „Schwarze Bezirk“ bezeichnet. In dieser Region wurde in den letzten 200 Jahren intensiv Kohle gefördert, was vor allem durch den Bau der Eisenbahnverbindungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt wurde. Obwohl der Kohlebergbau in den letzten Jahren sehr schnell aufgegeben wurde, und die Landschaft sich erheblich verändert hat, drucken ihr doch die alten Bergbaustädte (Hrastnik, Trbovlje, Zagorje) einen besonderen Stempel auf. Posavje erstreckt sich entlang des unteren Wasserlaufs der Sava bis zur kroatischen Grenze. Aufgrund des günstigen Klimas und fruchtbaren Bodens wird in dem Krsko-Becken und auf den umliegenden Hügeln intensiver landwirtschaftlicher Anbau betrieben; große Obstplantagen und Wein-berge sind ein typischer Anblick. Eine besondere Sehenswürdigkeit in der Flußaue ist der Krakovski-Eichenwald (Krakovski gozd). Nach dem Bau des ersten Wasserkraftwerks an diesem Teil der Sava bei Vrhovo ist die volle Nutzung der Wasserkraft des Flusses gerade in Planung. Die Stadt Krsko ist für Sloweniens einziges Atomkraftwerk bekannt. Die Kurorte Atomske Toplice und Rogaþka Slatina sind Sloweniens größte Naturheilbäder und profitieren von den Thermalquellen in der Nähe des Flusses Sotla. Savinjsko umschließt den Wasserlauf des über 100 Kilometer langen, reißenden Flusses Savinja, der von den Kamniker Alpen und den Karawanken bis ins flache Savinja-Tal fließt. Das Besondere an dieser Bergwelt sind die durch Gletschertätigkeit entstandenen Täler (Logarska dolina, Matkov kot und Robanov kot), die ein Anziehungspunkt für Touristen sind, während das Savinja-Tal für seine Hopfenplantagen der Sorte „Savinja Gold“ berühmt ist. Im Salek-Tal führte der größte Braunkohlentagebau Sloweniens zur Industrialisierung und zur Entstehung der Reißbrettstadt Velenje. Das Zentrum der Region ist Celje, einst die römische Stadt Celeia, im 15. Jahrhundert Sitz des Reichsfürsten und heute die drittgrößte Stadt in Slowenien. Koroska war einst Teil des ältesten Staates des slowenischen Volkes und gehörte bis Ende des Ersten Weltkriegs zum österreichischen Kärnten. Die Region breitet sich über die Gebirgslandschaft entlang der Flüsse Drava, Mezica und Mislinja aus. Das Leben hier konzentriert sich in den für den Verkehr erschlossenen Tälern, in denen sich auch die Industrie angesiedelt hat, während in den bewaldeten Gebirgsgegenden abgelegene Bauernhöfe vorherrschend sind. Zusammen mit dem Eisenhüttenzentrum Ravne hat sich Slovenj Gradec zum Zentrum der Region entwickelt, das die UNESCO wegen seiner esonderen Kulturveranstaltungen als einen Boten des Friedens bezeichnete. Podravje reicht von dern fruchtbaren Auenlandschaften der Drava und der Stadt Ptuj zu den Höhenzügen Slovenske Gorice im Norden, Dravinja Gorice und Haloze im Süden und des bewaldeten Pohorje-Gebirges im Westen. Die Drava, einer der kraftvollsten Flüsse in Slowenien, wurde an mehreren Stellen (Fala, Mariborski Otok, Zlatolicje, Formin) für Wasserkraftwerke gestaut, wodurch große Bade- und Ausflugsseen entstanden (bei Maribor, Ptuj und Ormoz). Außergewöhnliche Standorte in den Bergen, ein mildes Klima und günstige Bodenbedingungen ermöglichen es, Weißwein in Spitzenqualität zu produzieren, der in großen Weinkellern in Maribor, Ptuj und Ormoz zum Reifen gelagert wird. An den unteren Hängen des Pohorje-Gebirges oberhalb des Zentrums der Region, der Universitätsstadt Maribor, Sloweniens zweitgrößter Stadt, befindet sich eine Wintersportarena für die Austragung von Weltcup-Slalom-Wettbewerben der Frauen und für Hobbyskifahrer. |
![]() Die Soca mit einer Steinbruke bei Solkan
Ptuj, das römische Poetovio, ist die älteste Stadt Sloweniens und ein lebendes Museum. Pomurje breitet sich über Sloweniens größte Ebene entlang des Flusses Mura zwischen Österreich, Ungarn und Kroatien aus. Im Norden grenzt die Ebene an die Hügel von Gorisko und im Süden an die Ausläufer der Slovenske Gorice. Die Region wird Brotkorb Sloweniens genannt. In den Hügeln floriert die Produktion von Spitzenweißweinen und in Gornja Radgona wird seit fast 150 Jahren nach einem aus Frankreich kommenden natürlichen Verfahren Sekt hergestellt. Das sehr gute Mineralwasser Radenska-Drei Herzen-Wasser wird seit 1869 in Radenci in Flaschen abgefüllt und ist heute in aller Welt erhältlich. An vielen Orten sind neben den Thermalquellen Kurbäder entstanden (Radenci, Moravske toplice, Terme Lendava, Banovci). Das Zentrum der Region, Murska Sobota, ist die einzige slowenische Stadt, die vollständig auf einer Ebene angesiedelt ist. |
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