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DIE ADRIAKÜSTE |
Die warme Adria und die Bucht von Triest sind nur eine Autostunde von der slowenischen Hauptstadt entfernt. Obwohl die slowenische Küste nur 47 Kilometer lang ist, stellt sie für Slowenien das wahre Tor zur Welt dar. Koper zeichnet sich durch seinen großen Hafen aus, der auch von den Nachbarländern, darunter Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn, für Ein- und Ausfuhren genutzt wird. Gemessen am Containerverkehrsaufkommen ist er nach Venedig der zweitgrößte Adriahafen. Der schnelle Ausbau von Sloweniens Bahn- und Straßenverbindungen macht ihn zur wirtschaftlichsten Option für den Schiffstransport nach Mittel- und Osteuropa. Nördlich von Koper auf dem Kap Debeli rtic steht ein großes Kindererholungs- und Rehabilitationszentrum. In dem Fischerstädtchen Izola südlich von Koper, früher eine Insel, ist die Fischereitradition noch immer lebendig. Neben einer Fischkonservenfabrik entstanden hier auch eine Werft, eine Spielzeugfabrik und ein voll ausgestatteter Jachthafen. Das Seeheilbad in Strunjan bietet verschiedene Salzwassertherapien. Am Ende der kleinen Halbinsel liegt Piran, eine der am besten erhaltenen und malerischsten mittelalterlichen Städte in Slowenien. Das nahegelegene Portoroz, ein modernes Touristenparadies mit Hotels, Vergnügungszentren, einem Spielkasino, einem großen Jachthafen und einem Flugplatz, liegt an geschützter Stelle unterhalb der Küstenhügel. Es ist der Sitz der Slowenischen Schiffahrtsgesellschaft Sploþna plovba, und die Hochschule für Seewesen und die Tourismus-Hochschule bilden den Beginn eines dritten Universitätszentrums in Slowenien. Durch seine jährlichen Boots- und Seeausrüstungsmessen hat sich Portoroæ einen Namen als Messestadt gemacht und ist auch ein größeres internationales Kongreß- und Tagungszentrum. Im südlichsten Teil der Bucht von Piran nahe der kroatischen Grenze wird in den Salinen von Secovlje immer noch nach traditioneller Methode Salz gewonnen. Ein Teil der Salinen wurde in ein Museum umgewandelt, und das sumpfige Umland ist ein Schutzgebiet für Zugvögel. Die hügelige Landschaft des Küstenhinterlandes mit ihrem reichen Kulturerbe wird gelegentlich mit der französischen Provence verglichen. Unter der heißen Mittelmeersonne gedeiht eine charakteristische mediterrane Vegetation. Die Olivenölproduktion und der Weinanbau werden hier intensiv betrieben; die Weingärten reichen praktisch bis zur Uferlinie. Diese Region versorgt den Rest Sloweniens mit Frühobst und Gemüse. Nach dem Ersten Weltkrieg ersetzte die italienische Verwaltung die vorhergehende österreichisch-ungarische in diesem Teil Sloweniens. Nach der Pariser Friedenskonferenz von 1947 wurde das Freigebiet Triest eingerichtet, das später durch das Londoner Memorandum von 1954 zwischen Italien und Jugoslawien aufgeteilt wurde. Triest mit seiner gesamten slowenischen Umgebung wurde Italien angeschlossen, während das südliche ethnisch gemischte Gebiet an Jugoslawien fiel. Der größte Teil der italienischen Bevölkerung wanderte daraufhin aus. Seit der Unabhängigkeit Sloweniens garantiert die neue slowenische Verfassung der italienischen Minderheit in der Küstenregion alle Grundrechte, Sondervertretung im Parlament und ihre eigenen Bildungs- und Kultureinrichtungen.
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