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BERÜHMTE SLOWENEN


Die berühmtesten Slowenen sind auf Sloweniens Banknoten abgebildet. Der protestantische Reformator und Schriftsteller Primoz Trubar erscheint auf dem 10-Tolar-Schein, der Universalgelehrte Janez Vajkard Valvasor auf dem 20-Tolar-Schein, der Mathematiker Jurij Vega auf dem 50-Tolar-Schein, der Maler Rihard Jakopic auf dem 100-Tolar-Schein, der Komponist Jacobus Gallus auf dem 200-Tolar-Schein, der Architekt Joze  Plecnik auf dem 500-Tolar-Schein, der Dichter France Preseren auf dem 1.000-Tolar-Schein, die Malerin Ivana Kobilca auf dem 5.000-Tolar-Schein und der Schriftsteller Ivan Cankar auf dem 10.000-Tolar-Schein.

Primoz Trubar (1508-1586) war Anfänger der protestantischen Bewegung in Slowenien und Begründer der slowenischen Theologie. Als Pfarrer und Kanonikus, Prediger und Superintendent der protestantischen Kirche Sloweniens richtete er ein Internat und die erste öffentliche Bibliothek in Ljubljana ein. 1550 schrieb er das erste Buch in slowenischer Sprache und legte damit den Grundstein für die slowenische Literatur und Schriftsprache. 1909 wurde ein Denkmal für Trubar von France Berneker im Tivoli-Park in Ljubljana errichtet. Zu seinem 400. Todestag 1986 wurde sein Geburtshaus in Raþica (25 km von Ljubljana) restauriert und zieht seitdem als Kulturdenkmal viele Touristen an. In Bad Urach ist ihm 1986 ein Denkmal zur Erinnerung an die Gründung des Biblischen Instituts errichtet worden. Und auch in Tübingen, wo er starb, stehen einige seiner Denkmäler. In fast jeder slowenischen Stadt ist eine Straße nach ihm benannt.

Janez Vajkard Valvasor (1641-1693) war Edelmann, Universalgelehrter und Vorbote der slowenischen Aufklärung. Valvasor studierte an verschiedenen europäischen Universitäten Naturwissenschaften; außerdem erwarb er als Offizier in den Kriegen gegen die Türken Kenntnisse über militärische Fertigkeiten und Taktiken. Seine Abhandlung über das Karstphänomen des periodischen Cerknica-Sees fand so viel Beachtung, daß er in die Londoner Royal Society aufgenommen wurde. Besorgt darüber, daß seine Heimat im Ausland nicht bekannt genug war, widmete er sich der Aufgabe, die Krain in Wort und Bild zu präsentieren. Dazu richtete er in seiner Burg Bogenþperk bei Litija eine Kupferstichwerkstatt ein und veröffentlichte Sammlungen seiner Arbeit. Sein wichtigstes Werk ist “Die Ehre des Herzogthums Crain” (1689: 15 Bände, 528 Illustrationen), eine wahre Enzyklopädie der Naturwissenschaften, slowenischer Bräuche und Folklore, Geschichte und Topographie eines Großteils des heutigen Sloweniens. Sein Denkmal steht auf dem Valvasor-Platz vor dem Naturhistorischen Museum in Ljubljana.

Jurij Vega (1754-1802) ist der berühmteste slowenische Mathematiker und Verfasser von mehreren Lehrbüchern über höherer Mathematik. In Ljubljana arbeitete er an der Flußregulierung der Sava und Ljubljanica mit. Auf der Schule für Artillerieoffiziere begann er sich neben Mathematik und Physik für Vermessungskunde, Ballistik und Ballonfahren zu interessieren. Er war ein leidenschaftlicher Soldat und kämpfte gegen die Türken, Preußen und in der Koalitionsarmee am Rhein gegen die Franzosen; für seine Verdienste beim Militär wurde er ausgezeichnet und erhielt den Baronstitel. Als Logarithmenexperte veröffentlichte er Das kleine Buch der Logarithmen (1793), Das große Buch der Logarithmen (1794) und Die Logarithmentafeln für den allgemeinen Gebrauch (1797) und verfaßte Abhandlungen über das metrische und das Kilogrammsystem. Junge Mathematiker in Slowenien wetteifern jedes Jahr um den Vega-Preis. In Vegas Geburtshaus Zagorica bei Dolsko (20 km von Ljubljana) wurde ein Gedenkraum eingerichtet.

Rihard Jakopie (1869-1943), Sloweniens führender impressionistischer Maler und Kunsttheoretiker, studierte an der Wiener Akademie, bei Azbe an der Kunstschule in München und bei Hynais an der Kunstakademie in Prag. In Ljubljana gründete er die Slowenische Schule für Impressionistisches Zeichnen und Malen, aus der später die Kunstakademie entstand, und im Tivoli-Park baute er einen Pavillon, der zum wichtigsten Veranstaltungsort für Kunstausstellungen in Slowenien wurde. Von Jakopic sind über 1.200 Gemälde und 650 Zeichnungen erhalten. Er war einer der ersten Mitglieder der 1938 gegründeten Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. 1962 wurde sein Ausstellungspavillon abgerissen, weil an der Stelle die Eisenbahn gebaut wurde, aber 1968 wurde ihm hier ein von Janez Boljka gebautes Denkmal errichtet und in der Slovenska cesta wurde die neue Jakopic-Galerie eröffnet. Seit 1969 wird jedes Jahr der Jakopic-Preis für die besten künstlerischen Werke in Slowenien verliehen.

Jacobus Gallus (1550-1591), ein führender Komponist des 16. Jahrhunderts, wurde in verschiedenen Klöstern Mitteleuropas erzogen und begann seine musikalische Laufbahn in Wien. Später arbeitete er hauptsächlich in Ölmütz und Prag, wo er Kapellmeister in der St.-Johann-Kirche war. Er war ein sehr anerkannter und respektierter Komponist seiner Zeit. Sein Werk umfaßt 16 Messen in vier Bänden, und er vertonte liturgische und biblische Texte zu 374 Motetten; mit seiner Sammlung Opus musicum gehört er zu den wichtigsten europäischen Komponisten von Motetten. Er vertonte lateinische Texte zu 53 weltlichen Chorgesängen, die in drei Buchsammlungen herausgegeben wurden. Wenn auch keine reinen Madrigale, so sind sie ihnen doch in Form und Ausdruckskraft sehr ähnlich. Der größte Saal im Kultur- und Kongreßzentrum Cankarjev dom in Ljubljana ist nach Gallus benannt.

Joze Plecnik (1872-1957) ist nicht nur der größte Architekt Sloweniens, sondern er erlangte auch Weltruhm. Er absolvierte seine Ausbildung an der Wiener Akademie der Bildenden Künste, gab Vorlesungen an der Prager Schule der Künste und Kunsthandwerke, und nach Gründung der Universität von Ljubljana wurde er Dozent an der Technischen Fakultät. 1921 wurde er vom tschechoslowakischen Präsidenten Tomaz Masaryk zum Architekten für das Prager Schloß ernannt. Sein Einfluß auf das Stadtbild Ljubljanas war so groß (die Ufer der Ljubljanica, mehrere Brücken, der öffentliche Marktplatz, die Franziskanerkirche in Siska, der Friedhof in Zale, das Hauptstadion in Bezigrad, die National- und Universitätsbibliothek), daß man oft von “Plecniks Ljubljana” spricht. Er entwarf auch Kirchen und andere Gebäude in ganz Slowenien und Jugoslawien sowie Möbel, Lampen und liturgische Objekte. Der Plecnik-Preis wird für die besten Leistungen auf dem Gebiet der Architektur verliehen.

France Preseren (1800-1848) ist Sloweniens größter Dichter. Seit mehr als 150 Jahren gilt Preþeren als der Meilenstein der slowenischen Kultur und als Nationalheld, der die moderne slowenische Sprache vorantrieb und den Wunsch der Slowenen nach nationaler und politischer Eigenständigkeit zum Ausdruck brachte. Sein Trinkspruch “Zdravljica” (“Lebehoch”) wurde vertont und zur Nationalhymne Sloweniens; es ist eine Vision von Gleichheit und friedlicher Koexistenz der Völker. Preþerens Todestag, der 8. Februar, wurde zum gesetzlichen Nationalfeiertag erklärt. Der Preþeren-Preis ist die höchste Auszeichnung für künstlerisches Schaffen in verschiedenen Bereichen. In Preþerens Geburtsort Vrba bei Bled wurde ein Museum eingerichtet, auf dem Friedhof in Kranj gibt es einen Preþeren-Hain, und im Zentrum Kranjs steht das Preþeren-Geschichtsmuseum. 1906 wurde im Zentrum Ljubljanas das Preþeren-Denkmal enthüllt. Presernova druzba, ein Verlag und eine Buchgesellschaft geben seit 1953 belletristische und populärwissenschaftliche Bücher heraus.

Ivana Kobilca (1861-1926) ist Sloweniens bedeutendste Malerin und gehört zur Generation der slowenischen Realisten. Sie studierte in München bei Alois Erdtelt, und obwohl sie in allen Kunstzentren Europas malte, blieb sie den Münchner Modernisten immer treu. Am längsten arbeitete sie in Sarajevo, wo sie Genres mit Volksmotiven malte; sie trug auch mit Illustrationen zu einem Grundwerk über Österreich-Ungarn (1898) bei. Besonders berühmt sind ihre Porträts ihrer engsten Verwandten sowie Die Zitherspielerin, Die Kaffetrinkerin und die Allegorie Die Slowenen huldigen Laibach, die sie für das Rathaus von Ljubljana malte. Gemälde von Ivana Kobilca sind in allen größeren Galerien Europas ausgestellt.

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Anton Martin Slomsek

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Rudolf Maister

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Leon Stukelj

Ivan Cankar (1876-1918) ist der größte slowenische Kurzgeschichtenautor und Dramatiker, ein universaler Vertreter des slowenischen Modernismus. Cankar war zur Jahrhundertwende einer der wichtigsten europäischen Schriftsteller und äußerte sich oft zu sozialen, nationalen und moralischen Themen. Obwohl er den meisten europäischen Literaturströmungen folgte, ist sein Werk doch sehr individuell. Cankar beeinflußte das Denken über die slowenische Nationalfrage, indem er die nationale Emanzipation der Slowenen mit einer Union der südslawischen Völker in Zusammenhang stellte. Sein Geschichte Hlapec Jernej in njegova pravica (Der Knecht Jernej und sein Recht) wurde in alle Sprachen der Welt übersetzt. In seinem Geburtsort Vrhnika (20 km von Ljubljana) gibt es ein Cankar-Museum, und das 1981 in Ljubljana eröffnete Kultur- und Kongreßzentrum Cankarjev dom ist nach ihm benannt. Cankars gesammelte Werke wurden vom Verlag Cankarjeva zaloæba in Ljubljana in einer sechs- und einer zehnbändigen Ausgabe veröffentlicht.

Anton Martin Slomsek (1800-1862) ist der Bischof, der den Sitz der Lavantinischen Diözese von St. Andrä nach Maribor verlegte. Damit verwirklichte er eines seiner Lebensziele, nämlich alle Steiermarkslowenen in ihrer eigenen Diözese zu vereinigen und sich dadurch gegen die Germanisierung zu wehren. Bischof Slomseks Bemühungen trugen sehr zur Stärkung des Nationalbewußtseins bei. Er verfaßte viele religiöse und didaktische Bücher. 1859 eröffnete er in Maribor ein theologisches Seminar, die erste höhere Schule, in der Geistliche in slowenischer Sprache unterwiesen wurden. 1926 begann das Verfahren, Slomþek seligzusprechen, und 1996 erklärte ihn Papst Johannes Paul II als einen “Würdigen Diener Gottes”. In Klagenfurt (Österreich) besteht seit 1874 das Slomþek-Zentrum, ein Sozialzentrum für Kärntner Slowenen.

Rudolf Maister (1874-1934) wurde an verschiedenen Offiziersschulen in Österreich-Ungarn ausgebildet. Ende des Ersten Weltkrieges war er als Major Kommandant über das regionale Hauptquartier und übernahm am 1. November 1918 den Oberbefehl über Maribor und den slowenischen Teil Kärntens. Innerhalb kürzester Zeit mobilisierte er eine slowenische Armee von 4.000 Soldaten, entwaffnete die deutsche Schutzwehr und löste die Armee des deutschen Stadtrats auf. Anschließend besetzte er das slowenische Volksterritorium und legte die Nordgrenze zwischen Österreich und Jugoslawien fest, die später im Friedensvertrag von Saint-Germain ratifiziert wurde. Ein Denkmal Maisters steht in seinem Geburtsort Kamnik und ein weiteres wurde 1987 in Maribor errichtet.

Leon Stukelj (1898-1999) war weltweit Gewinner einer olympischen Goldmedaille. Bei den Turnweltmeisterschaften in Ljubljana 1922 erreichte er den zweiten Platz in der Gesamtwertung der Männer. Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris gewann er am Reck und beim Bodenturnen, und bei den Olympischen Spielen in Amsterdam 1928 gewann er die Goldmedaille an den Ringen, die Bronzemedaille in der Mannschaftswertung und die Bronzemedaille im Bodenturnen. Er gehörte zur Mannschaft Jugoslawiens bei den Weltmeisterschaften in Lyon 1926 (2. Platz) und in Luxemburg 1930 (3. Platz). Zusammen mit anderen Spitzensportler war Leon Stukelj Ehrengast bei den Olympischen Spielen von 1996 in Altlanta.

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