English RIBNICA Obcina Ribnica |
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An der Straße von Ljubljana nach Kocevje liegt etwa 40km von der slowenischen Hauptstadt entfernt die mittelgroße Stadt Ribnica, die auch das Verwaltungszentrum des Landkreises selben Namens ist. Der Name dieser städtischen Ansiedlung Ribnica (von riba, das slowenische Wort für Fisch) wird schon seit langer Zeit sowohl durch das Stadtemblem, das einen Fisch zeigt, als auch durch den mehrere Kilometer langen periodischen Karstfluß namens Ribnica bezeugt, der nicht weit von der Stadt entfernt unter dem östlichen Teil des Gebirgszugs Velika gora entlangfließt. Reisende werden schon von weitem von den zwei Glockentürmen der Pfarrkirche von Ribnica begrüßt, die nach dem Entwurf von Joze Plecnik im Stil eines Doms gebaut sind. Mit dieser stilistischen Eigenart wollte der große slowenische Architekt der im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörten Kirche ein besonderes Charakteristikum verleihen, das die ganze Stadt schon durch die Jahrhunderte ausgezeichnet hatte. Ribnica war in der Tat eine der ersten christlichen Pfarrgemeinden und Zentrum des Missionsgebiets, das sich zur Zeit der Christianisierung (ab dem 8. Jahrhundert) über den westlichen Teil der Region Dolenjska erstreckte. Dieses Gebiet reichte vom Sumpfland von Ljubljana bis zum Fluß Kolpa. Hier wurden über die Jahrhunderte insgesamt 45 Pfarrgemeinden gegründet. Ribnica ist eine der ältesten Städte Sloweniens und hat eine reiche Geschichte. Einen besonderen Platz nehmen hier die Herstellung von Holz- und Töpferwaren ein, zwei angesehene Handwerke mit uralter Tradition, die eng mit der Natur verbunden sind. Die größten Ressourcen des ganzen Gebietes sind seine Wälder. Das Fällen bzw. Abtragen und die Verwendung verschiedener Arten von Holz und Ton für die Herstellung von praktischen und dekorativen Gegenständen sowie zahlreichen Werkzeugen ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Jedes Jahr am ersten Sonntag im September findet in Ribnica eine traditionelle und gut besuchte Messe von Holz- und Töpferwaren statt, auf der die Produktion und der Verkauf von lokalen handgemachten Artikeln im Mittelpunkt stehen. In den letzten Jahren wurden diese Handwerke natürlich zunehmend durch industrielle Holzbearbeitung übernommen. Zu nennen sind hier vor allem die Möbelherstellungsfabrik von Inles und einige kleinere Produzenten, die ihre Holzprodukte schnell an die Bedürfnisse des heutigen Marktes anpassen. Neben dem Holzhandwerk ist in letzter Zeit auch die Arbeit in einigen der Betriebe der einst berühmten Metallwerke Riko wieder aufgenommen worden. Die Stadt bietet eine Vielfalt an Dienstleistungen, ein öffentliches Nahverkehrssystem, Läden und Fachgeschäfte. Für die geistigen und kulturellen Bedürfnisse stehen die Pfarrkirche und das renovierte Miklova-Haus, in dem eine gut besuchte Bibliothek, eine Ausstellungsgalerie und ein Museum untergebracht sind, zur Verfügung. Die Einwohner machen immer noch Gebrauch von dem von Kaiser Friedrich 1492 ausgestellten “Händler-Patent”. Zu damaliger Zeit sah sich die Stadt der Gefahr gegenüber, daß die gesamte Bevölkerung wegen der endlosen türkischen Überfälle und Plünderungen das Gebiet verlassen würde. Aus diesem Grund gab Kaiser Friedrich III. ihnen die schriftliche Genehmigung, den Handel mit ihren Produkten im ganzen österreichischen Land steuerfrei zu betreiben, und nachfolgende Kaiser bestätigten dieses Recht. Dies erklärt auch den Ursprung des lokalen Lieds “Ich bin ein Städter aus Ribnica, bekannt in der ganzen Welt...”. Die materielle Kultur des dicht besiedelten Ribnicatals, in dem der magere Boden bestellt und der Holzreichtum so gut wie möglich genutzt wurde, hat gelegentlich auch einen mehr geistigen Ausdruck gefunden. Aus Urkunden geht hervor, daß es seit Ende des 14. Jahrhunderts eine siebenstufige lateinische Schule gab, eine der wenigen in Slowenien. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde auch das allgemeine Schulwesen eingeführt; es ist bekannt, daß der Meister der slowenischen Dichter, France Preseren, seine ersten zwei Schuljahre direkt hier in Ribnica absolvierte, wo er als bester Schüler in das Goldene Buch der Auszeichnung eingetragen wurde. Ribnica ist auch der Geburtsort des weltberühmten Musikers Jakob Petelin Gallus (1550-1591), des großen Förderers der slowenischen Intelligenz, Luka Knafelj (1621-1671), und des Linguisten und slowenischen Sprachgelehrten Pater Stanislav Skrabec (1844-1918). Im Umland wurden der Literatur- und Kulturhistoriker und einer von Sloweniens ersten Universitätsprofessoren, Dr. Ivan Prijatelj (1875-1937), der Soziologe, Politiker und Sloweniens erster Wirtschaftstheoretiker, Dr. Janez Ev. Krek (1865-1917), der auch Gründer der ersten Kreditvereine und Kreditbeteiligungsgesellschaften war, der im In- und Ausland bekannte Bildhauer France Gorþe (1897-1986), der Unternehmer, Schirmherr der Künste und Gründer der PEKO-Fabrik, Peter Kozina (1876-1930), der Organisator von Sloweniens Feuerwehrleuten, Ignacij Merhar (1856-1944), und viele andere geboren.
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Besucher in Ribnica können einen Rundgang durch die teilweise erhaltene Burg machen, in der es einen Kulturpark, ein Sommertheater und ein Museum für Holz- und Töpferware gibt. Der Kulturpark ist ein Gedenkpark mit 17 verschieden Gedenktafeln aus Stein, auf denen die Namen von 70 Personen eingraviert sind, die von der Biographischen Abteilung der Slowenischen Hochschule der Wissenschaften und Bildenden Künste für ihre verdienstvollen Beiträge zu Sloweniens geistiger und materieller Kultur gewürdigt werden. Eine eher weniger ruhmreiche Episode der Menschheitsgeschichte ist in den vollständig erhaltenen Unterlagen des Prozesses von 1701 nachzulesen, aus denen wir erfahren, daß in jenem Jahr in Ribnica zum letzten Mal eine Frau als Hexe verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Im Ribnicatal zwischen Velika und Mala gora werden den Besuchern in unberührter Natur herrliche Ausblicke geboten und sie haben die Möglichkeit, einen Rundgang durch Karsthöhlen und -klüfte zu machen und den Wanderweg des aktiven Bergsteigervereins, der auf dem Gipfel des Berges Sveta Ana oberhalb Ribnicas eine Berghütte unterhält, entlangzulaufen. Die Gegend zieht auch Angler und Jäger auf der Jagd nach Wild an. Und die Hütte auf Travna gora bietet absolute Ruhe und im Winter ausgezeichnete Bedingungen für Skifahrer. Die lokalen Kirchenbauten lohnen ebenso einen Besuch, insbesondere die barocke Kirche in Nova Stifta und die Pfarrkirche in Ribnica mit dem berühmten Altargemälde von St. Stephan, einer Arbeit des Malers Ivan Grohar. Besucher können in den Werkstätten der einheimischen Handwerker die Herstellung von Holz- und Töpferwaren beobachten oder sich für aktivere Freizeitbeschäftigungen wie Fahrradfahren, Reiten, Bowling, Boules und Tennis entscheiden. Für die Verpflegung wird in zahlreichen Gasthäusern in allen größeren Dörfern und Städten oder auch in vielen für Besucher offenen Ferienbauernhöfen gesorgt. Alle 85 Ansiedlungen des Landkreises Ribnica, in denen insgesamt etwa 11.000 Einwohner leben, sind untereinander zumeist mit richtigen Asphaltstraßen und teilweise mit guten unbefestigten Straßen verbunden. Information: Touristeninformationsbüro, TD Ribnica, Telefon: + 386 61 861 986. |
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